Anerkennung-Pflege.de

Wann werden wir Veränderungen im Gesundheitssystem, in der Gesellschaft erreichen?

Als Krankenpfleger kann ich dazu nur folgendes sagen:

Wir werden Veränderungen erst dann erreichen, wenn wir, die tagtäglich in diesem System unsere Patienten, Kunden, Bewohner, Angehörige etc.etc, betreuen und versorgen, es einsehen und auch öffentlich sagen, dass wir täglich gefährliche Pflege durchführen.

Es bringt uns keinen Schritt weiter, wenn wir die Fehler in der Politik suchen, die Politik für die menschenverachtende Pflege die in Deutschland durchgeführt wird verantwortlich machen.

Wir haben diese Politik gewählt, oder sind gar nicht zu den Wahlen gegangen und regen uns dann auf über das was von der Politik diktiert wird.

Wir arbeiten für Heuschrecken,  wie Asklepios, Fresenius, Helios usw. usw., regen uns darüber auf wie diese Unternehmen ( Börsenspekulanten ) Arbeitsplätze abbauen, zur Not auch über Leichen gehen, aber wir machen nichts.

Wir akzeptieren es, statt es öffentlich zu machen, aus Angst vor dem Arbeitsplatzverlust.

Uns ist unser Arbeitsplatz wichtiger als das Leben der Menschen die wir betreuen.

Warum akzeptieren wir es, dass man im Frühdienst plötzlich alleine mit 20 Bewohnern eines Pflegeheimes da steht?

Wir versuchen die Arbeit zu machen, was nicht funktionieren kann, warum rufen wir nicht sofort die Heimaufsicht und den MDK an?

Wegen falscher Solidarität?

Wegen Helfersyndrom?

Wir legen uns auf den Boden und glauben damit was zu erreichen, ohne Plan nur mit Forderungen aber nicht mit Lösungsansätzen.

Die Lösungsansätze sind so einfach.

Einfach in diesem Pflegesystem nicht mehr mitmachen.

Es einfach laut zu sagen, dass man keine 20 Patienten oder Bewohner alleine versorgen kann.

Es einfach publik zu machen dass man genötigt wird gefährliche Pflege durchzuführen.

In der anonymen Masse klappt es ja teilweise schon ganz gut.

Aber wird man dann gefragt es vor einer Kamera zu sagen, dass man selbst dieses System unterstützt heisst es plötzlich: Bei uns ist es ja nicht so schlimm, und wir haben diese Zustände ja nicht, aber ich hab gehört von ner Freundin………….

Seht ihr wo der Knackpunkt ist?

Steht zu dem was ihr wollt und was ihr immer schreibt und kritisiert.

Nicht die anderen sind es, wir sind es.

Wir sind die Täter und Opfer, aber in erster Linie durch unser Schweigen, durch unsere Arbeitskraft, durch das Unterstützen dieses Systems ( wählen der Parteien die dann kritisiert werden, noch schlimmer durch Nichtwählen ) sind wir die Ankläger erst mal die Täter.

Und ich möchte die Pflegekraft sehen, die noch nie gefährliche Pflege durchgeführt hat.

Wenn alles nicht so schlimm ist, in Euren Einrichtungen alles ok ist, egal ob Pflegeheim, Krankenhaus oder

Ambulante,  warum regen wir uns dann auf

Und nun viel Spass beim rechtfertigen und mich zerlegen.

Gruber Robert / Pflege Aktivist

http://www.gruberrobert.de/

Als Krankenpfleger kann ich dazu nur folgendes sagen: Wir werden Veränderungen erst dann erreichen, wenn wir, die tagtäglich in diesem System unsere Patienten, Kunden, Bewohner, Angehörige etc.etc, betreuen und versorgen, es einsehen und auch öffentlich sagen, dass wir täglich gefährliche Pflege durchführen. Es bringt uns keinen Schritt weiter, wenn wir die Fehler in der Politik suchen, die Politik für die menschenverachtende Pflege die in Deutschland durchgeführt wird verantwortlich machen. Wir haben diese Politik gewählt, oder sind gar nicht zu den Wahlen gegangen und regen uns dann auf über das was von der Politik diktiert wird. Wir arbeiten für Heuschrecken,  wie…

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3 kommentare

  1. In der derzeitigen Situation der Pflege ,kann es nicht mehr Ohne die gefährliche Pflege abgehen. Wenn Bewohnerin Pflegeheimen Verdursten..oder an Dekubitus Leiden in den man ein Faust Unterbringt..hat dies nicht mehr mit leben zu tun sondern mit Krepieren.. eine Pflege Im Akkord ist nicht Menschlich…sie ist Tödlich !

  2. Tja, der gefährlichste Feind lauert leider unter uns – unter den vielen, zu vielen kleinen Geistern, die Angst haben um ihren Arbeitsplatz und deshalb lieber die anderen wegbeißen vom Futternapf, statt neue Ideen zuzulassen. Einigen Personen im jeweiligen Management sei unterstellt, dass sie diese Angst sogar nutzen, um die Angestellten klein zu halten. Alles zusammen mündet in die Katastrophe. Nun denn. Mein Problem ist als Babyboomer, dass ich jetzt erst als Pflege-Profi und später als Leistungsempfänger meiner eigenen Profession in die Fänge dieses Systems kommen werde, das sich jetzt immer mehr ad absurdum führt.

  3. Ich habe auf einem tag der poltischen Arbeit der Piratenpartei mal einen Vortrag gehalten, mit Lösungsansätzen, Auszüge daraus findet ihr im Artikel im unteren Link. Interesse am Vortrag? Bitte bei saleurs@ arcor.de. Gegen Reisekosten und Unterkunft und gegen ein Honorar von 100 Euro, bin ich bereit ihn zu halten.
    http://flaschenpost.piratenpartei.de/2013/04/18/ein-auge-auf-die-pflege/

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