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Virtual Reality erobert Seniorenheime

Brille auf und ab ans Meer

Virtuelle Welten helfen Senioren, um neue Welten zu entdecken. Ein Urlaub vom Pflegebett aus. (Foto: Bradley Hook; Pexels)

Wer sich im Alter mit Technik befasst, bleibt geistig jünger, beweist eine Studie. Der Einsatz von Datenbrillen, die Senioren an ganz neue Orte versetzen, bringt Technik noch ein Stück näher ans Pflegebett.

Laut einer Studie des Internationalen Instituts für angewandte Systemanalyse (IIASA) machen Computer und Smartphones Senioren geistig um vier bis acht Jahre jünger und somit fitter. Ein Grund dafür ist, dass neue Reize das Gehirn beanspruchen und sie so geistig gefordert sind. Diese Erkenntnis kommt dem Einsatz von Virtual Reality-Brillen in Seniorenheimen nun zu Gute.

Bettlägrige schlendern durch New York

Wer im Pflegeheim liegt und wohl keine Reise mehr in seinem Leben unternehmen wird, freut sich über 360-Grad-Rundgänge an Urlaubsorte, die über den ganzen Kontinent verteilt sind. Thomas Cook bietet bereits virtuelle Touren zwischen zweieinhalb und vier Minuten, die den Betrachter an Orte wie das Rockefeller Center oder auf Rhodos bringen.

Zwei Studenten in den USA haben virtuelle Technologien in einem Pflegeheim getestet und positive Bilanz gezogen. So positiv, dass das Duo das Startup-Unternehmen „Rendever“ gegründet hat. Dennis Lally und Reed Hayes glauben, dass die virtuelle Realität für Senioren eine ideale Technologie darstellt. Wer schon mal eine VR-Brille getragen hat, wird bestätigen, die neue Technologie öffnet einem neue Welten. Die Beiden spinnen sogar noch weiter und planen eine 360-Grad-Videokamera, die den Kontakt zu weit entfernt wohnenden Familienmitgliedern ermöglichen soll. Damit die Oma Weihnachten wenigstens digital im Kreise der Familie erleben kann.

„Es ist faszinierend, wie man in die virtuellen Welten hineingezogen wird“, sagt Christian Wachter. Der Vorstand der IMC AG, einem führenden E-Learning-Anbieter, schafft mit der virtuellen Realität neue Lernerlebnisse für Mitarbeiter. Fakten können durch die VR-Brille mit Erlebnissen verknüpft werden und so vom Gehirn besser gespeichert werden. Für die Bewohner eines Pflegeheimes oder Bewegungseingeschränkte ist die Brille eine neue Möglichkeit an unbekannte Orte zu reisen und neue Reize werden aktiviert.

Weiterbildung per VR-Brille

Im Bereich der Weiterbildung ist die virtuelle Realität ebenfalls von Nutzen. Virtual und Augmented Reality ermöglichen verschiedenste Lernumgebungen, die eine realitätsnahe Weiterbildung offerieren. „Lernende können direkt an ihrem Arbeitsplatz, beispielsweise in einer virtuellen Logistikhalle, lernen wie bestimmte Handgriffe funktionieren“ sagt der Vorstand der IMC AG. Medizinisches Personal kann mit der VR-Brille üben, wie man einen Patienten umbettet oder einen Katheter legt.

Die Bewohner des Pflegeheims in den USA seien begeistert gewesen, dass sie auf diese Art und Weise in Städte kamen, die sie davor noch nie besucht hatten. Emotional wurde es, wenn Orte aus ihrer Kindheit wiederentdeckt wurden. Kindeserinnerungen wurden bei einer Bewohnerin wach, die das Heim in dem sie aufgewachsen ist, wiederentdecken durfte. An die Umgebung oder Details wie die Nachbarn oder den Polizeichef konnte sie sich wieder erinnern. Laut den beiden Studenten kann so auch die Neugierde von Älteren gestillt werden. Durch neue Reize, die durch passende Geräusche und Handschuhe mit Sensoren unterstützt werden, bleiben sie gemäß der Studie der IIASA auch geistig fitter.

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