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So nutzen Sie alle Zuschüsse für einen behindertengerechten Badumbau optimal aus

So nutzen Sie alle Zuschüsse für einen behindertengerechten Badumbau optimal aus

 

Was tun, wenn Ihr Bad nicht behin­der­ten­ge­recht aus­ge­stat­tet ist? Sie kom­men mit dem Roll­stuhl nicht an das Wasch­be­cken oder die Dusche ist nicht befahr­bar? Die Toi­lette ist zu nied­rig? Der Boden zu rut­schig? Die Liste könnte noch ein gan­zes Stück fort­ge­setzt wer­den. Fakt ist jedoch: Für einen Men­schen mit Han­di­cap ist es unum­gäng­lich, ein Bad so aus­zu­stat­ten, dass er so viel wie mög­lich selbst erle­di­gen kann.

Der Umbau für ein bar­rie­re­freies und roll­stuhl­ge­rech­tes Badkann teuer wer­den. Muss die Dusche ver­grö­ßert und befahr­bar aus­ge­legt oder gar die Bade­wanne aus­ge­baut wer­den, so wird es unum­gäng­lich sein, die Flie­sen neu zu ver­le­gen. Oft­mals müs­sen Arma­tu­ren neu ver­legt wer­den. Nicht sel­ten müs­sen die Türen ver­brei­tert und die Über­gänge schwel­len­los gestal­tet wer­den. Wer diese Arbei­ten nicht pri­vat vom Fami­lien– oder Freun­des­kreis erle­di­gen las­sen kann, wird nicht umhin kom­men, nicht nur einen Schrei­ner son­dern auch eine Flie­sen­le­ger­firma und einen Sani­tär­fach­mann zu beauf­tra­gen. Pla­nen Sie gemein­sam mit den not­wen­di­gen Bau­fir­men den sinn­vol­len Umbau Ihres Bades.  Wenn Sie sich im Kla­ren sind, wie Ihr Bad umge­baut wer­den soll, haben Sie fol­gende Mög­lich­kei­ten, Zuschüsse und Kos­ten­über­nah­men zu bean­tra­gen: 

1. Zuschuss über die Pfle­ge­ver­si­che­rung

Wenn Sie eine Pfle­ge­stufe haben, über­nimmt die Pfle­ge­kasse einen Zuschuss für den Bad­um­bau. 2013 belief sich die­ser Zuschuss auf ins­ge­samt 2.557 Euro. Die rest­li­chen Kos­ten müs­sen von Ihnen selbst getra­gen werden.

Vor­ge­hens­weise:

  • Schi­cken Sie den Kos­ten­vor­an­schlag (evtl. zur bes­se­ren Ver­an­schau­li­chung auch Bil­der vom vor­han­de­nen Bad) an die Kran­ken­kasse. Diese ent­schei­det, ob Sie einen Zuschuss erhalten.
  • Sobald der Bad­um­bau been­det ist, kön­nen Sie die Hand­wer­ker­rech­nun­gen ein­rei­chen und Sie erhal­ten Ihren Zuschuss.
  • Da es sich um einen Zuschuss han­delt, brau­chen Sie die Geneh­mi­gung der Kran­ken­kasse nicht zwin­gend vor Beginn des Umbaus. Zu Ihrer eige­nen Sicher­heit emp­fehle ich jedoch, vor Beginn der Umbau­ar­bei­ten den Zuschuss zu bean­tra­gen. Sollte näm­lich die Kran­ken­kasse den Zuschuss ableh­nen, kön­nen Sie jetzt noch umdis­po­nie­ren, indem Sie sich viel­leicht güns­ti­gere Flie­sen oder eine andere Dusche* aus­su­chen.

Hier­auf soll­ten Sie ach­ten: Bei Ihrem Kos­ten­vor­an­schlag ist viel­leicht auch ein Dusch­sitz*, ein Hal­te­griff in der Dusche oder für die Bade­wanne oder eine Toi­let­ten­er­hö­hung* inbe­grif­fen. Diese Pos­ten soll­ten Sie jedoch sepa­rat hal­ten, da es sich hier­bei umHilfs­mit­tel han­delt und diese von der Kran­ken­kasse sepa­rat erstat­tet wer­den. Nähe­res zum Antrag für einen behin­der­ten­ge­rech­ten Woh­nungs­um­bau fin­den Sie auch hier.

2. Erstat­tung für Hilfs­mit­tel über die Kran­ken­kasse

Wie bereits im vor­he­ri­gen Abschnitt beschrie­ben, haben Sie die Mög­lich­keit, die Kos­ten für Dusch– oder Bade­wan­nen­sitze*, Bade­wan­nen­lif­ter*, Bade­wan­nen­griffe und Auf­rich­t­e­hil­fen, Toi­let­ten­sitze usw. als Hilfs­mit­tel erstat­tet zu bekom­men. Diese Hilfs­mit­tel erhal­ten Sie in Ihrem Sani­täts­haus direkt vor Ort oder ein­fach und bequem über das Inter­net, zum Bei­spiel beim Sani­täts­haus Online­shop Himi-Nord.  Las­sen Sie sich bera­ten, was für Sie sinn­voll ist und in Frage kommt.

Vor­ge­hens­weise:

  • Las­sen Sie sich eben­falls einen Kos­ten­vor­an­schlag vom Sani­täts­haus oder einem ande­ren Lie­fe­ran­ten geben oder zumin­dest eine Auf­lis­tung mit genauer Bezeich­nung der ein­zel­nen Hilfsmittel.
  • Mit die­ser Auf­lis­tung müs­sen Sie bei Ihrem behan­deln­den Arzt eine Ver­ord­nung für die ein­zel­nen Hilfs­mit­tel beantragen.
  • Diese Ver­ord­nung muss dann von Ihrer Kran­ken­kasse geneh­migt werden.
  • Nach Geneh­mi­gung kön­nen Sie das Hilfs­mit­tel bei Ihrem Sani­täts­haus bestellen

Da es von Hilfs­mit­tel zu Hilfs­mit­tel unter­schied­lich sein kann, ob es vor dem Beginn der Bad­um­bau­ar­bei­ten bean­tragt wer­den muss oder nicht, ist es auch hier wie­der sinn­voll, alles vor Bau­be­ginn und Auf­trags­ver­gabe zu besor­gen. Eine genaue Auf­lis­tung der Hilfs­mit­tel fin­den Sie hier im Hilfs­mit­tel­ver­zeich­nis.

3. Steu­er­li­che Abzugs­fä­hig­keit

Auch wenn Sie als behin­der­ter Mensch bereits einen Steu­er­frei­be­trag haben, haben Sie zusätz­lich noch die Mög­lich­keit, den Bad­um­bau als Außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung von der Steuer abzu­set­zen. Wel­che Vor­aus­set­zun­gen hier­für nötig sind, kön­nen Sie mit Ihrem Steu­er­be­ra­ter oder Ihrem zustän­di­gen Finanz­amt direkt klären.

4. Zuschüsse über die KfW-Bank

Wir haben in Deutsch­land zu wenig altersgerechte/behindertengerechte Woh­nun­gen. Des­halb gibt es staat­li­che För­der­pro­gramme für alters­ge­rechte Wohn­ra­um­sa­nie­run­gen über die KfW-Bank. Vor­aus­set­zun­gen für die Zuschüsse und die Höhe kann Ihnen die KfW-Bank geben.

5. Güns­tige Kre­dit­zin­sen

Die KfW-Bank unter­stützt jedoch nicht nur mit Zuschüs­sen, son­dern auch mit güns­ti­gen Bau­fi­nan­zie­rungs­zin­sen. Höhe der Zin­sen und Vor­aus­set­zun­gen, um ein zins­güns­ti­ges Dar­le­hen zu bekom­men, erfah­ren Sie über Ihre Hausbank

6.  Hil­fen in Form von Zuschüs­sen und Dar­le­hen über das Sozi­al­amt, Arbeits­agen­tur, Ren­ten­ver­si­che­rung oder Inte­gra­ti­ons­amt

Unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen, beson­ders auch abhän­gig vom Ein­kom­men, kön­nen Zuschüsse und Dar­le­hen über das Sozi­al­amt, die Agen­tur für Arbeit, die Ren­ten­ver­si­che­rung oder das Inte­gra­ti­ons­amt bean­tragt wer­den. Die aktu­el­len Bestim­mun­gen und Vor­aus­set­zun­gen kön­nen Sie bei den ein­zel­nen Ämtern erfah­ren. Zum Bei­spiel tre­ten die Hil­fen vom Sozi­al­amt erst in Kraft, wenn sämt­li­che Zuschüsse über die Pflege– bzw. Kran­ken­ver­si­che­rung aus­ge­schöpft sind.

© by www.Pflege-durch-Angehoerige.de

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