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Pflegesysteme und die Primary Nursing

Was sind Pflegesysteme ?

Pflegesysteme beschreiben eine Methode, eine Art wie man Handelt oder ein Verfahren nach einem System wie etwas geordnet ist um einen ordnungsgemäßer Ablauf durchzuführen, damit ein Ziel erreicht wird.

Es wird unterschieden ob das Pflegesystem sich eher an den Aufgaben/Betriebsablauf orientiert oder Patienten bezogen sein soll.

Somit gibt es verschiedene Formen von Pflegesystemen.

Kommen wir zur Funktionspflege die sich eher an die Aufgaben/Betriebsablauf als an den Patienten orientiert.

Was ist die Funktionspflege ?

man bezeichnet es auch als Funktionelle Pflege, die Handlungen und Tätigkeiten der Pflege wird an einzelne Mitarbeiter übertragen, die dann je nach Qualifikation der Pflegeperson durchgeführt wird.

Diese Form orientiert sich an den Betriebsablauf. Sie ist Tätigkeitsorientiert und strukturiert.

Hier ist es wichtig das die Pflege funktioniert. 

Dem Pflegepersonal werden täglich von der Stationsleitung oder Schichtleitung die pflegerische Aufgaben zugeteilt, diese dann nacheinander bei jedem Pflegebedürftigen durchgeführt werden.

Bsp: So habe ich es in meinem Ausseneinsatz im Krankenhaus erfahren, ich wurde ich zum Blutdruck messen und Blutzuckermessen zugeteilt, also bin ich um 06:30 nach der Übergabe los und habe bei allen ca. 25 Patienten den Blutdruck gemessen und bei den Insulinpflichtigen Patienten den Blutzucker.

Alle Tätigkeiten müssen effizient also mit wenig Aufwand auf ein perfektes Ergebnis kommen und durchgeführt werden. Die Bedürfnisse der Patienten rücken hier in den Hintergrund.

Die Vorteile 

Der Ablauf ist routiniert. Das heißt auch die Aufgaben die die einzelnen Pflegepersonen durchführen, werden Verbessert und sicher, da man sie immer wiederholt und Übung darin bekommt.

Da der Ablauf immer gleich ist gibt es auch klare Zuständigkeiten wer für was verantwortlich ist. Geringer qualifizierte Mitarbeiter können so besser eingesetzt werden und es werden nicht so viele Fachkräfte benötigt, was zur Ersparnis der Personalkosten führt.

Die Nachteile

Die Stationsleitung oder Schichtleitung muss viel Wissen darüber haben wem sie welche Aufgaben zuteilt und den Arbeitsablauf effektiv koordinieren. Dadurch das Aufgaben verteilt werden kann es passieren das mehrmals dokumentiert wird. Wichtige Informationen können verloren oder nicht weitergegeben werden deswegen ist hier die tägliche Übergabe von großer Bedeutung. Zu den Patienten oder Bewohnern wird kein Vertrauen hergestellt und wenig Bezug. Der Blick auf den Patient und sein Umfeld geht verloren, da man sich auf seine Aufgaben konzentriert. Das Personal wechselt ständig, viele Patienten können sich schwer daran gewöhnen. Fachkräfte fühlen sich unterfordert und verlieren Kenntnisse, und ein Überblick für die gesamte Entwicklung des Patient geht verloren.

Oft wird dieses System bei Personalengpässen oder kleinen Einrichtungen angewendet sowie im Krankenhaus.

Bezugspflege patientenorierntiert

Kennzeichen hier ist das eine Pflegekraft oder Pflegeteam die Verantwortung für einen Bereich zugeteilt bekommt, die sie Schichtbezogen oder für eine bestimmte Dauer übernimmt. Sie übernimmt die Pflege ihrer zugeteilten Bewohner. Die Einteilung erfolgt ebenfalls durch die Stations- oder Schichtleitung.

Die Pflegekraft plant alle Maßnahmen, Handlungen und Arbeitsschritte und plant wer welche Aufgaben übernimmt. Die Aufgaben werden nur bei der zugeteilten Bewohnergruppe durchgeführt die Dokumentation  und alle Beobachtungen werden zusammen besprochen.

Vorteile 

Die Patienten werden stärker  wahrgenommen, ebenfalls kann Vertrauen und ein Bezug zu den Bewohnern und Angehörigen hergestellt werden. Der Austausch von Informationen ist gewährleistet und der Verlust von wichtigen Informationen geringer. Die Pflegende hat mehr Freiraum was ihre Handlungen und Entscheidungen betrifft.

Nachteile

Die Informationen der anderen Bewohnergruppen geht verloren, da man seinen eigenen Bereich hat. Da es eingeteilte Teams sind kann es passieren das man die Kollegialität zu seinen anderen Kollegen verliert und sich das Team splittet.

Bezugspflege und Primary Nursing 

die ganzheitliche Betreuung des Bewohners/Patienten ohne jemand übergeordnetes der delegiert.

Patienten/Bewohner werden ihrer Bezugpflegekraft zugeteilt die für die Planung von Maßnahmen, Ziele und Evaluation von der Aufnahme bis zur Entlassung oder Tod zuständig und verantwortlich ist. Allen Problemen muss sie sich annehmen und die entsprechenden Schritte einleiten und planen. Sie kann sich aber Unterstützung holen. Es darf kein anderer ohne ihre Zustimmung die Pflegeplanung verändern. Die Durchführung der Pflege kann sie auch an jemand anderes delegieren, diese muss aber nach ihrer Planung stattfinden auch nur dann wenn die Bezugspflegekraft nicht vor Ort ist.

Vorteile: 

Das Vertrauen wird aufgebaut, ein sinnvoller Ablauf kann umgesetzt werden. Die Bezugspflegekraft hat Verantwortung und Entscheidungsfreiheit. Man erlangt großes Wissen über seine Patienten.

Die Primary Nursing ist eine Sonderform der Bezugspflege. Es ist eine rund um die Uhr Bezugspflege für seine Patienten. Die Primary Nursing führt die Pflege wenn möglich immer selber durch.

Ziele

eine umfassende und kontinuirliche Pflege. Die Primary Nursing erlangt große Autonomie da sie komplett verantwortlich ist und erste Ansprechpartner/in. Es herrschen klare Kommunikationswege. Sie ist verantwortlich für die Anamnese, Maßnahmen- und Zielplanung, Evaluation, Kooperation mit anderen Berufsgruppen und Angehörigen. Erstellen und überprüfen der Pflegediagnosen. Sie ist verantwortlich für den gesamten Pflegeprozess.

Ist sie mal nicht im Dienst übernimmt die Associate Nurse also ihre Stellvertretung die Verantwortung.

Nachteil

Durch die Starke Bindung zu ihren Bewohnern kann eine große Belastung entstehen.

hohe Personalkosten

Woher kommt Primary Nursing ?

Dieses Pflegesystem stammt aus den USA, es wurde ende der 60er Jahre von Pflegenden gemeinsam mit Marie Manthey entwickelt. Sei Mitte der 90er gibt es dieses auch in Deutschland.

Die Primary Nursing ist gekennzeichnet durch 4 Kernelemente

  1. Verantwortung
  2. Koninuität
  3. Pflegeplanende/r und Durchführende/r
  4. Direkte Kommunikation

Dienstplangestaltung: https://www.dbfk.de/media/docs/expertengruppen/netzwerk-primary-nursing/Dienstplangestaltung-im-PN.pdf

Personalentwicklung: https://www.dbfk.de/media/docs/expertengruppen/netzwerk-primary-nursing/Personalentwicklung-im-PN_akt_2016.pdf

Merkmale der Primary Nurse: https://www.dbfk.de/media/docs/expertengruppen/netzwerk-primary-nursing/Merkmale-von-Primary-Nursing_akt-2016_final.pdf

 

Die Primary Nurse kann man durch eine entsprechende Weiterbildung erwerben. Diese umfasst ca. 210 Stunden. Voraussetzung ist eine Ausbildung zur Fachkraft in Krankenpflege, Altenpflege oder Kinderkrankenpflege. Der Abschluss erfolgt mit einer mündlichen und schriftlichen Prüfung. Nach erfolgreicher Prüfung erhält der Teilnehmende ein Zertifikat und kann als Primary Nursing arbeiten.

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