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Mobbing in der Pflege: Raus aus der Opferrolle

Erfolgreiche Teams bestehen aus starken, unterschiedlichen Charakteren. Das ist in der Pflege ganz besonders der Fall. Doch gerade die Gruppendynamik bringt Zwist mit sich und zeigt ihre hässliche Seite: Einer wird ausgegrenzt.

Getuschel und schräge Blicke

Der schräge Blick auf dem Gang, das Getuschel hinter vorgehaltener Hand. Mobbing ist die Horrorvorstellung eines jeden Mitarbeiters. Im Extremfall ist es dann die Angst vor der Angst, die lähmt und erfolgreiches Arbeiten unmöglich macht. Statt zu kündigen, können Weiterbildung und Training helfen, sich aus der Opferrolle herauszuarbeiten.

„Man braucht immer einen dominanten Typus in der Gruppe, der bringt die Ergebnisse. Der Menschenorientierte sorgt für den Zusammenhalt und die gute Stimmung, der Stetige für das Durchhaltevermögen und der Gewissenhafte überprüft die Ideen auf Schwachstellen“, erläutert Personalexperte und Bestsellerautor Jörg Knoblauch, wie Teams funktionieren. Die eigene Rolle zu finden ist aber nicht immer ganz leicht. Gerade wenn ein Teammitglied zwischen den Stühlen sitzt und seinen Platz nicht kennt, oder aufsteigt und plötzlich der Chef der ehemaligen Kollegen wird, sinkt die Beliebtheit und Mobbing droht. Dem kann man mit gezieltem Coaching und fachlicher Weiterbildung entgegenwirken.

Gezielte Weiterbildung schützt vor Mobbing

„Kurse zur Persönlichkeitsentwicklung sind stark nachgefragt“, sagt Stefan Janssen, Europa-Chef des E-Learninganbieters Skillsoft. Mehr als 40 Themengebiete zu in Summe je einer Stunde umfasse deshalb das Trainingsspektrum „Leadership Advantage“. Hier lernen Führungskräfte, Stellvertreter und Assistenten, wie sie Erwartungen und die Spielregeln für das Team kommunizieren oder Zielvereinbarungen und Meetings so gestalten, dass sie für das Klären aller Konflikte sorgen und so den „Flurfunk“ ablösen.

Und auch die lästernden Kollegen können per Online-Training viel lernen. Oftmals ist es nämlich die Sorge, fachlich nicht zu genügen, die den Konkurrenzkampf entstehen lässt. Statt „Stutenbiss“ sollten unsichere Pflegende gezielt ihre Wissenslücken schließen. Und: Nicht nur entscheidungsstarke Persönlichkeiten eignen sich für verantwortungsvolle Postionen wie die Pflegedienstleitung. Gerade bei Assistenten und im mittleren Management zählt das Fachliche. Moderne E-Learninganbieter setzen heute auf mobiles Lernen in kleinen Einheiten. So können Checklisten, Mini-Videos und Zusammenfassungen direkt vor dem Meeting per Smartphone wiederholt werden.

Die lästernden Kollegen müssen noch viel lernen

Je unterschiedlicher die Teammitglieder einer Pflegestation, desto größer ist zwar der Output. Desto schwieriger wird jedoch die Kommunikation, weil man sich mehr aufeinander einstellen muss. „In unserer Einrichtung fruchteten Anweisungen bei einem Pflegehelfer nicht“, erzählt ein Heimleiter aus Bayern. Selbst wenn die PDL dem jungen Mann die Aufgabe drei, vier Mal erklärte, wurden die Ergebnisse nicht besser. „Irgendwann wurde es für unsere Bewohner sogar gefährlich“, sagt der Chef von 50 Mitarbeitern, der anonym bleiben will. Der Mitarbeiter war zwar fachlich gut, verstand Anweisung aber einfach ein wenig langsamer als andere. Um Mobbing zu vermeiden und die Performance zu verbessern, stellte die Pflegedienstleiterin ihre Kommunikation um. Sie hatte ihren Mitarbeiter sprachlich überfordert. Heute achtet er darauf, in eindeutigen Beispielen zu erläutern und Anweisungen mit konkreten Handlungsaufforderungen zu untermauern.

Dem 50-Jährigen ist es wichtig, frühzeitig auf Mobbing zu reagieren und Konflikte zu vermeiden. Deshalb bildet er sich sukzessiv weiter: Beinahe täglich um fünf Uhr geht er kurze, animierte Kurse mit Tests zum Thema „Konflikte bewältigen“ oder „Konfliktlösungsstrategien“ am PC durch.

Und um die Leute im Heim zu halten, hat der Chef gelernt, jedem noch mehr auf Augenhöhe zu begegnen: „Ich frage mein Gegenüber erst, ob er jetzt meine Meinung hören will“, gibt der Bayer ein Beispiel. Das stetige Lernen und veränderte Verhalten zahle sich aus. Die Arbeitsatmosphäre habe sich deutlich gebessert.

 

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