Anerkennung Pflege - Weil Pflege mehr ist !

Es sind nur noch etwas über 40 Tage, bis zur Wahl der neuen Bundesregierung.

Wo bleibt das konkrete Handeln?

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, sehr geehrte Politikerinnen und Politiker,

Es sind nur noch etwas über 40 Tage, bis zur Wahl der neuen Bundesregierung.
Angesichts der unhaltbaren Zustände und des Personaldesasters in der Pflege, hatte ich damit gerechnet, dass seitens der zur Wahl stehenden Parteien konkrete Angebote und Vorschläge gemacht werden, noch in der Pflege tätiges Pflegepersonal zu motivieren und Arbeitsplätze in der Pflege attraktiver zu machen.

Jetzt ist es noch ein guter Monat, bis zur Wahl und bisher ist mir nichts konkretes bekannt.
Nicht von Frau Merkel, von Herrn Gröhe, nichts von Herrn Schulz, nichts von den Grünen, der Linken….
Offensichtlich soll alles so weitergehen, wie bisher.
Aber auch von den Gewerkschaften, den Berufsverbänden…. wo wird für uns hörbar gekämpft?

Wo sind berufspolitische Maßnahmen, die uns Pflegende im Mittelpunkt sehen?

Zum Beispiel:

1. Eine steuerfreie Sofortprämie in nicht unerheblicher Höhe, für alle nachweislich in der Pflege tätigen examinierten Pflegefachkräften, mit Betriebsbindung für 3 Jahre;
(100 000 Euro)

2. Eine steuerfreie Sofortprämie für alle nachweislich in der Pflege tätigen Pflegehelfer, mit Betriebsbindung für 3 Jahre;
(50 000 Euro)
Nein, das ist keine unangemessene Forderung. Seit Jahrzehnten leisten wir Pflegenden kontinuierlich, geduldig und zuverlässig unseren Dienst am Menschen.
Was hat sich an unseren Gehältern verändert?
Wir verdienen es, ein Gehalt zu bekommern, dass es zulässt, ein Leben zu führen, dass ein Gegengewicht zu der Belastung und Verantwortung darstellt, die wir für Leben und Gesundheit der Menschen übernehmen!
Unsere Familien müssen an Wochenenden, an Feiertagen so oft auf uns verzichten, manch eine Partnerschaft übersteht die beruflichen Herausforderungen nicht.
Wie soll man von 1200 Euro (z.B. Pflegehelfer) oder 1800 Euro adäquat eine Familie ernähren?
Jeder in der Gesellschaft kann von jetzt auf nachher auf unsere Hilfe angewiesen sein.
Die Gesellschaft (eines so reichen Landes, wie Deutschland) täte gut daran, uns dies in Respekt und Anerkennung, aber eben auch materiell zu spiegeln!

3. Eine steuerfreies Startgeld für Absolventen einer staatlich anerkannten Ausbildung zur Examinierten Pflegefachkraft (Gesundheits- und Krankenpflege, Altenpflege), die sich verpflichten mindestens für 5 Jahre nach der Ausbildung in einer Einrichtung des Gesundheits- und Pflegewesens tätig zu sein. (20 000 Euro)

4. Anheben des Gehaltes für Examinierte Pflegefachkräfte auf Netto nicht unter 5000 Euro.

5. Anheben des Gehaltes für Pflegehilfskräfte für Netto nicht unter 2500 Euro.

Ja, mir ist bewusst, dass diese Gehälter dann nicht komplett und alleine aus der Kranken- und Pflegeversicherung finanziert werden können.
Eine solche Finanzierung auf die Beine zu stellen, bitte, sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, sehr geehrte Politikerinnen und Politiker, dass ist Ihre Aufgabe!
Und wenn ich mir anschaue, welch horrende Bruttosummen notwendig sind, um einigermaßen diskutable Nettogehälter hinzubekommen, durch Sozialabgaben und Nebenkosten, dann fallen mir gleich noch weiterführende Aufgaben Ihrerseits ein, die die ganze Gesellschaft betreffen und ich wüßte keinen stichghaltigen Vorschlag, wie etwa Löhne und Gehälter gerechter gestaltet werden können, so dass vom Brutto tatsächlich ein angemessener Nettobetrag bleibt und kalte Progression nicht wegfrisst, was vielleicht doch mal obendrauf kommt.
Bei uns an der Basis der Bürger kommen keine glaubhaften u./o. Tatsächlichen Verbesserungen an!

6. Freies Parken für Pflegefach- und Pflegehilfskräfte der ambulanten Pflege auch in Zonen des eingeschränkten Park- und Halteverbotes;
KEINE STRAFZETTEL FÜR PFLEGE!!!!!

Ich lade Sie gerne ein, mich auf einer Pflegetour zu begleiten. Ich bin übrigens hier in Berlin, gleich vor Ihrer Haustür unterwegs. Hausverwaltungen haben Metallbügel eingebaut um Mieterparkplätze zu sichern. Parkzonen kostenpflichtig sind die Regel.
Wo bitte sollen wir Pflegekräfte unsere Autos lassen. Bei Touren von bis zu 30 und mehr Versorgungen mit Zeitkorridoren von wenigen Minuten!!!
Wir sind praktisch gezwungen, falsch zu parken und wenn wir dann nach 5 oder 10 Minuten vom Patienten wieder zum Auto kommen, steckt da schon der Strafzettel.
Das ist ein unglaubliches Gefühl, für die ganze Arbeit unter diesen Bedingungen noch abgestraft zu werden.

Nein, sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, sehr geehrte Politikerinnen und Politiker, diese Forderungen sind weder unangemessen noch übermütig.
Handeln Sie jetzt und besser heute als morgen. Auch die Geduld von Krankenschwestern und Krankenpflegern/Altenpflegerinnen und Altenpflegern ist nicht ohne Ende.
Und diese Konsequenz kann sich keine menschliche Gemeinschaft leisten.

Ich freue mich auf konstruktive, glaubhafte Antworten. Schließlich wollen Sie doch mein/unser Vertrauen für die nächsten 4 Jahre.

Christine Knabe
Examinierte Krankenschwester Pflegedienstleiterin
Sachverständige für Pflege, Dozentin

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Wo bleibt das konkrete Handeln? Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, sehr geehrte Politikerinnen und Politiker, Es sind nur noch etwas über 40 Tage, bis zur Wahl der neuen Bundesregierung. Angesichts der unhaltbaren Zustände und des Personaldesasters in der Pflege, hatte ich damit gerechnet, dass seitens der zur Wahl stehenden Parteien konkrete Angebote und Vorschläge gemacht werden, noch in der Pflege tätiges Pflegepersonal zu motivieren und Arbeitsplätze in der Pflege attraktiver zu machen. Jetzt ist es noch ein guter Monat, bis zur Wahl und bisher ist mir nichts konkretes bekannt. Nicht von Frau Merkel, von Herrn Gröhe, nichts von Herrn Schulz, nichts…

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