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Diakonie Warnt

Diakonie Warnt

Heim wird für Senioren teurer

Diakonie warnt vor finanziellen Folgen einer besseren Betreuung in der Nacht.
Die Reaktion von Heimbetreibern, wie Diakonie, BRK und anderen auf die Festlegung eines Mindeststandards für die Nachtdienstbesetzung in Pflegeheimen, zeigt vor allem deren Doppelmoral. Auf der einen Seite versprechen deren Führungskräfte, ohne rot zu werden, dass in ihren Häusern jeder Bewohner rund um die Uhr individuell und fachlich kompetent betreut wird. Und dies, obwohl sie genau wissen, dass eine zeitnahe individuelle Hilfe in der Nacht, überhaupt nicht leistbar ist, wenn nur eine Pflegekraft mehr als 40 kranke, alte Menschen versorgen soll. Da ist keine Zeit sich zu einem Sterbenden zu setzen.

Da nimmt man in Kauf das Schutzbedürftige in lebensbedrohlicher Lage erst Stunden später gefunden werden, sich in Schmerzen winden, in ihren Fixierungen strangulieren u.v.a.m. Der Pflege-SHV sieht in der Verfügung des bayerischen Staatsministeriums, eine zwingend notwendige Vorgabe, um den schutzbedürftigen Menschen in den Pflegeheimen ein Mindestmaß an Sicherheit zu geben.

Wir sprechen hier nicht von einer Verbesserung einer bisher zufriedenstellenden Situation, sondern von einer Schutzmaßnahme, die eher einer Notlösung entspricht. Heimbetreiber, vor allem wenn sie sich auf ein christlich-humanistisches Leitbild berufen, müssten sich eigentlich in Grund und Boden schämen, dass sie nicht von sich aus die Forderung nach einem Personalschlüssel stellen, der ausreicht, um gewährleisten zu können, dass in ihren Häusern kein Bewohner fixiert und ruhiggestellt dahindarben muss.

Auch im Tagdienst reicht das Personal meist nur für eine notdürftige Grundversorgung. In deutschen Heimen werden mehr als 200.000 alte Menschen fixiert und medikamentös ruhig gestellt, weil sich die Heimbetreiberverbände eben gerade nicht dafür einsetzen, dass genügend Personal zur Verfügung steht um eine menschliche Begleitung gewährleisten zu können. Im Gegenteil, von wenigen Ausnahmen abgesehen, sind Heimbetreiber darauf bedacht, möglichst wenig Personal einsetzen zu müssen.

Denn jede Stelle die irgendwo eingespart werden kann, ist gewonnenes Geld. Die Heime bewegen sich in einem Konkurrenzkampf, der nicht über Qualität sondern über den Preis ausgetragen wird. Je weniger Personal, desto günstiger der Pflegesatz. Natürlich schauen die meisten Heimplatzsuchenden auf den Preis. Und wer die Wahl hat, zwischen zwei Heimen, die gleich hohe Qualität versprechen, untermauert durch ein SEHR GUT vom Pflege-TÜV, ist natürlich geneigt das günstigere zu wählen. Qualitativ liegt die Spannbreite zwischen einem Personaleinsatz von 1:15 bis 1: 90, so die Bestandsaufnahme in Bayern.

Demnach gibt es Heime die eine Pflegekraft für 15 Bewohner im Nachtdienst einsetzen, während andere keine Skrupel haben 90 Pflegebedürftige in die Obhut nur einer Nachtwache zu geben. Und dies deshalb, weil es keine Obergrenze gibt, sondern nur die Vorschrift der ständigen Präsenz einer Pflegefachkraft. Ein Großteil der Heime in Bayern erfülle bereits heute den Schlüssel von 1:40, wie die Untersuchung gezeigt habe. Auch daraus kann ersehen werden, dass es in erster Linie eine Frage der Einstellung ist und nicht der Finanzierung.

Zwei Nachtwachen aus einem BRK Heim in Bayern haben mit ihrer Weigerung, eine Reduzierung der Nachtdienstbesetzung zu verantworten, deutlich gemacht, dass derart verantwortungslosem Handeln politisch Einhalt geboten werden muss. Der Pflege-Selbsthilfeverband e.V. hat daraufhin bundesweit eine Kampagne gestartet. Mehr dazu erfahren Sie auf unserer Sonderseite: www.nachtdienst.pflege-prisma.de

Pflege-Selbsthilfeverband e.V.
Adelheid von Stösser, 1.Vorsitzende
Am Ginsterhahn 16
53562 St. Katharinen
Tel: 02644 3686
info@pflege-shv.de
www.pflege-shv.de , www.pflege-prisma.de

Diakonie Warnt Heim wird für Senioren teurer Diakonie warnt vor finanziellen Folgen einer besseren Betreuung in der Nacht. Die Reaktion von Heimbetreibern, wie Diakonie, BRK und anderen auf die Festlegung eines Mindeststandards für die Nachtdienstbesetzung in Pflegeheimen, zeigt vor allem deren Doppelmoral. Auf der einen Seite versprechen deren Führungskräfte, ohne rot zu werden, dass in ihren Häusern jeder Bewohner rund um die Uhr individuell und fachlich kompetent betreut wird. Und dies, obwohl sie genau wissen, dass eine zeitnahe individuelle Hilfe in der Nacht, überhaupt nicht leistbar ist, wenn nur eine Pflegekraft mehr als 40 kranke, alte Menschen versorgen soll. Da…

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