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Deutschland, das Land der sozialen Kälte

Deutschland, das Land der sozialen Kälte / Oder: Wieso lasst es ihr zu das mit Alten Kranken und Behinderten so umgegangen wird

 

Bald täglich kann man von neuen Skandalen und Ungereimtheiten in der deutschen „Pflegekultur“ im Krankenhauswesen und im restlichen Gesundheitssystem lesen und hören.

Sei es fixierte und mit Psychopharmaka ruhiggestellte Senioren in Pflegeheimen, Aufnahmestops für Pflegeheime auf Grund miserabler Pflegebedingungen, Skandale in der Transplantationsmaschinerie, Bevorzugung von Privat- gegenüber Kassenpatienten, zu wenig Impfstoff für die Grippeschutzimpfung, Abzocke durch die Pharmaindustrie, Outsourcing von Personal auch und im großen Teil  bei Wohlfahrtsunternehmen.

Gewinn, Gewinnoptimierung, Wirtschaftlichkeitsberechnungen, Einsparungen beim Pflegepersonal, Einsatz von Leiharbeitern in allen Bereichen der pflegerischen Versorgung usw. usw.

Es ließe sich daraus eine endlose Liste erstellen.

Im ersten Moment sind wir immer schockiert und entsetzt und es wird nach der Menschlichkeit geschrien, wo sie denn geblieben ist, und der Gesetzgeber muss eingreifen, und die Kontrollen verschärft werden usw. usw.

Oh Nein meine lieben deutschen Mitbürger und Kollegen.

Ist Euch eigentlich schon mal aufgefallen, dass die oben geschilderten Phänomene fast nur in unserer oh so tollen Gesellschaft auftauchen?

Ok, aus Österreich hören wir auch noch einiges an Skandalen aus der Pflege, mag daran liegen das diese zwei Länder eine sehr enge Vergangenheit hinter sich haben.

Aber ich frage Euch, Ihr die Ihr in der Pflege arbeitet und Ihr die Ihr Angehörige in Heimen und Krankenhäuser habt.

Wieso seht Ihr eigentlich weg wenn Eure Angehörigen, Eure Freunde, Eure Euch anvertrauten Menschen die Ihr mit bestem Wissen und Gewissen pflegen sollt misshandelt werden?

Misshandlung durch unzureichende Pflege.

Misshandlung da die Leute nicht auf die Toilette gebracht werden, weil zu wenig Personal vorhanden ist.

Misshandlung durch ungenügende Nahrungs- und Getränkeaufnahme, weil zu wenig Personal vorhanden ist.

Wann wart Ihr mit den zu Pflegenden das letze mal an der frischen Luft?

Misshandlungen, Misshandlungen, Misshandlungen und kein Ende in Sicht.

140.000 Menschen werden in Alten- und Pflegeheimen tagtäglich fixiert und Ihr seht weg.

Warum seht Ihr weg?

Vor was habt Ihr Angst?

Vor der Heimleitung?

Vor dem MDK?

Es gehört auch zu Euren Aufgaben Misshandlungen, ob körperlich, oder wegen mangelhafter Pflege, oder verbale Misshandlungen, oder auch sexuelle Übergriffe ( nicht nur unter Kollegen, sondern auch an den Euch Anvertrauten ), oder auch Pflegefehler, auch Ärztefehler, unzureichende Schichtbesetzungen usw. usw. zur Anzeige zu bringen.

Dies sind STRAFTATEN und die Pflege ist kein straffreier Raum.

Habt Ihr Angst Euren Arbeitsplatz zu verlieren? In Zeiten wo ich gerade als Pflegekraft sofort überall wieder einen Arbeitsplatz finde.

Wieso akzeptiert ihr solche Zustände?

Wir haben ja eine Petition am Laufen, die sich für Veränderungen im Gesundheitssystem einsetzt aber, oft höre ich:

„Nein da unterschreib ich nicht, das könnte ja mein Arbeitgeber lesen und mir Konsequenzen androhen“.

Habt ihr wirklich keine eigene Meinung mehr?

Ich bin so enttäuscht und gleichzeitig wütend über diese Art und Weise wie mit unseren Alten in diesem Land umgegangen wird, wie weggesehen wird, wenn sie tägliche Misshandlungen über sich ergehen lassen müssen. Eine Generation die dieses Land aufgebaut hat, eine Generation die von ihrer Kindheit und ihrer Jugend nichts hatte.

Eine Generation die für uns auf sehr vieles im Leben verzichten musste, muss nun wieder verzichten:

Verzichten das sie mit Würde behandelt werden in den letzten Jahren, Monaten und Tagen die sie noch haben.

Und viele von Euch sehen weg, halten den Mund, während die Seelen und Gefühle der Alten mit Füssen getreten werden.

Ich kenn kein anderes Land, das so schäbig mit seinen Eltern und Großeltern umgeht wie das Land in dem wir leben, in Deutschland.

Man kann nicht alles auf die Politik und die Rahmenbedingungen schieben.

Solange ihr nicht den Mund aufmacht, schweigend zuseht, werden auch die Rahmenbedingungen nicht verändert werden.

Und mit Mund aufmachen meine ich nicht das schimpfen und lästern am Kaffeetisch oder unter Kollegen mit vorgehaltener Hand.

Die Gesellschaft, der Gesetzgeber und die Kostenträger werden erst dann reagieren wenn ihr aufwacht, reagiert und öffentlich macht was für Missstände ihr gesehen habt und sie auch tagtäglich mit Eurer Arbeitskraft noch unterstützt habt.

Denn ihr unterstützt dieses System der eigenen Ausbeutung und der Misshandlung der Pflegebedürftigen durch Eure Arbeit.

Ihr fälscht tagtäglich die Dokumentation, oder wer will mir erzählen das es möglich ist das eine Pflegekraft an einem Vormittag bis zu 20 Patienten/Bewohner korrekt versorgt. Das ist ein Ding der Unmöglichkeit.

Ihr macht Euch für Euren Träger strafbar.

Damit Euer Träger mehr abrechnen kann, wenn alles schön ausgefüllt ist.

Was habt ihr davon wenn er Träger mehr abrechnen kann? Wurde deswegen Personal eingestellt oder verdient ihr mehr?

Ich bin so wütend und enttäuscht über Euch.

Falls Ihr es euch doch noch überlegt, auf den Link klicken und die Petition unterschreiben.

Auch die Petition wird über Nacht nichts verändern, aber damit können wir, wenn wir genügend sind an die Öffentlichkeit gehen aufrütteln und gegen eine Gesellschaft des Wegsehens vorgehen.

Bitte, wach auf und wehr dich endlich da auch du ein misshandeltes Opfer bist.

Robert Gruber

http://www.gruberrobert.de/

Deutschland, das Land der sozialen Kälte / Oder: Wieso lasst es ihr zu das mit Alten Kranken und Behinderten so umgegangen wird   Bald täglich kann man von neuen Skandalen und Ungereimtheiten in der deutschen „Pflegekultur“ im Krankenhauswesen und im restlichen Gesundheitssystem lesen und hören. Sei es fixierte und mit Psychopharmaka ruhiggestellte Senioren in Pflegeheimen, Aufnahmestops für Pflegeheime auf Grund miserabler Pflegebedingungen, Skandale in der Transplantationsmaschinerie, Bevorzugung von Privat- gegenüber Kassenpatienten, zu wenig Impfstoff für die Grippeschutzimpfung, Abzocke durch die Pharmaindustrie, Outsourcing von Personal auch und im großen Teil  bei Wohlfahrtsunternehmen. Gewinn, Gewinnoptimierung, Wirtschaftlichkeitsberechnungen, Einsparungen beim Pflegepersonal, Einsatz von Leiharbeitern…

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